Küche & Selbstständigkeit

Pflegegerechte Küche.
Vertraute Handgriffe erhalten.

Ein Getränk zubereiten, Geschirr erreichen oder etwas am Tisch vorbereiten: Oft sind es kleine Tätigkeiten, die Selbstständigkeit im Alltag ausmachen. Wenn langes Stehen schwerfällt oder Schränke unerreichbar werden, lohnt sich ein genauer Blick auf die Küchennutzung.

Aktualisiert am 20. Oktober 2026 · Informationen zur Orientierung und Vorbereitung

Nicht zuerst die ganze Küche austauschen

Beobachten Sie gemeinsam einen typischen Ablauf: Wo stehen häufig benutzte Dinge? Welche Handgriffe sind zu hoch, zu tief oder zu weit entfernt? Wo muss getragen oder gedreht werden? Ziel einer Anpassung ist eine zur Person passende Nutzung, nicht automatisch eine vollständig neue Kücheneinrichtung.

Manches lässt sich durch eine andere Anordnung verbessern. Bei anderen Hindernissen sind bauliche oder fest eingebaute Lösungen erforderlich. Diese Unterscheidung hilft, ein Angebot auf den tatsächlichen Bedarf auszurichten.

Mögliche Anpassungen bei Pflegebedarf

Im Alltag schwierigWas geprüft werden kann
Längeres Stehen an der Arbeitsfläche ist kaum möglich.Ein geeigneter Sitzarbeitsplatz und passende Höhen der benötigten Küchenelemente.
Mit dem Rollstuhl fehlt Platz unter der Arbeitsfläche.Ein passend unterfahrbarer Bereich und die Bewegungsfläche davor.
Oberschränke sind nicht erreichbar.Niedriger angeordnete oder geeignete absenkbare Elemente.
Inhalte von Unterschränken bleiben unerreichbar.Eine zur Nutzung passende Anordnung oder herausfahrbare Elemente.

Solche Ansätze sind auch im GKV-Verzeichnis für besondere Küchenanpassungen beschrieben. Ihre Eignung hängt von den individuellen Fähigkeiten und Zielen ab. Eine Lösung muss nicht nur erreichbar sein, sondern sich im Alltag sicher und sinnvoll nutzen lassen.

Was in die Planung gehört

  • Arbeitsposition: Welche Tätigkeiten sollen im Sitzen oder mit Unterstützung gelingen?
  • Erreichbarkeit: Arbeitsfläche, Spüle, Geräte und Vorräte zusammen betrachten.
  • Bewegungsflächen: Das verwendete Hilfsmittel und notwendige Begleitung einplanen.
  • Anschlüsse: Veränderungen an Wasser, Elektro und fest eingebauten Geräten fachlich klären.
  • Gemeinsame Nutzung: Die Küche muss auch zu weiteren Haushaltsmitgliedern passen.

Hilfreich sind Fotos der gesamten Küche, der problematischen Bereiche und bekannte Maße. Lassen Sie sich im Angebot erklären, welche Elemente verändert werden und welche verbleiben können. Bei einer Mietwohnung sind Änderungen an der Einrichtung oder am Gebäude entsprechend abzustimmen.

Wann kann ein Zuschuss infrage kommen?

Bei Pflegegrad 1 bis 5 kann die Pflegekasse eine erforderliche Wohnumfeldverbesserung mit bis zu 4.180 Euro unterstützen. Entscheidend ist der nachvollziehbare Zusammenhang zwischen der Einschränkung und der geplanten Anpassung. Eine übliche Küchenerneuerung oder ein gestalterischer Wunsch wird nicht allein durch einen Pflegegrad zu einer Zuschussleistung.

Die Küche gehört zum Gesamtplan

Sind gleichzeitig Veränderungen im Bad oder an den Zugängen notwendig, sollten diese vor dem Antrag gemeinsam erfasst werden. Für die aufgrund des aktuellen Hilfebedarfs erforderlichen Arbeiten entsteht nicht automatisch ein eigener Höchstbetrag je Wohnbereich.

Holen Sie ein aufgeschlüsseltes Angebot ein und klären Sie die Förderung vor Beginn. Für eine individuelle Planung sind eine Wohnberatung und ein auf die Anforderungen eingehendes Fachunternehmen geeignete nächste Anlaufstellen.

Häufige Fragen zur Küche

Muss die gesamte Küche unterfahrbar werden?

Das hängt von den Tätigkeiten und der konkreten Nutzung ab. Ein gezielt geplanter Arbeitsbereich kann anders aussehen als eine vollständig neu eingerichtete Küche. Lassen Sie den Bedarf gemeinsam prüfen.

Sind neue Geräte automatisch förderfähig?

Nein. Der pflegebezogene Bedarf und die konkrete Maßnahme sind maßgeblich. Lassen Sie notwendige Anpassungen und zusätzliche Ausstattungswünsche im Angebot getrennt aufführen.

Bietet Umbauzuschuss schon Küchenumbauten an?

Diese Seite dient zunächst der Orientierung. Unser aktueller digitaler Kostenvoranschlags- und Antragsservice richtet sich auf den Wechsel von Badewanne zu Dusche und den Umbau vorhandener Duschen.

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